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TRAUERKULTUR

Persönliche Anteilnahme ausdrücken


KEINE ANGST VORM KONDOLIEREN

Nach dem Tod eines Menschen reagiert das Umfeld der Hinterbliebenen häufig verunsichert. Aber wie verhält man sich angemessen?

Von Alexander Helbach

Jeder Mensch hat nach einem Todesfall in der Familie andere Bedürfnisse. Die einen wünschen sich zum Beispiel, allein zu sein, während es anderen gut tut, viele Menschen um sich zu haben. Viele Hinterbliebene scheuen sich davor, anderen gegenüber ihre Verletzlichkeit zu zeigen, manche bitten darum, von Beileidsbekundungen abzusehen. Andere möchten unbedingt über ihre Gefühle sprechen.

Menschen aus dem Umfeld Trauernder fällt es schwer einzuschätzen, wie sie angemessen ihre Anteilnahme ausdrücken können. Sie wollen Mitgefühl zeigen, dabei aber auf keinen Fall etwas "falsch" machen. "Falsch" steht hier in Anführungsstrichen, weil ehrliche Anteilnahme bei Hinterbliebenen nur selten als unpassend aufgenommen

wird – solange Rücksicht auf die jeweiligen Bedürfnisse genommen wird. Kondolieren bedeutet schließlich auch, den Hinterbliebenen zu zeigen, dass sie weiterhin zur Gemeinschaft dazu gehören.

Grundsätzlich sollte sich jeder vor dem Kondolieren fragen, wie nahe er dem Verstorbenen und der Familie steht. Nicht jeder Besuch kurz nach dem Trauerfall ist hilfreich. Gleichzeitig kann jeder durch eine Karte oder die Teilnahme an der Trauerfeier seine Verbundenheit und sein Mitgefühl zum Ausdruck bringen. Für viele Hinterbliebene ist es eine wertvolle Erfahrung zu sehen, wer alles gekommen ist.

Einige grundlegende Ratschläge helfen, beim Kondolieren nichts "falsch" zu machen. Der Theologe Klaus Dirschauer zum Beispiel empfiehlt in seinem Buch "Herzliches Beileid. Ein kleiner Knigge für Trauerfälle" unter anderem Folgendes:
  • Kondolieren per E-Mail oder SMS ist unangebracht.

  • Im Vorfeld überlegen: Ist mein Kondolenzbesuch hilfreich und zumutbar?

  • Telefonisch zu kondolieren ist nur bei nahe stehenden Menschen angebracht.

  • Schriftlich zu kondolieren drückt persönliche Anteilnahme aus.

  • Passende Worte sind "Mein Mitgefühl", "Mein Beileid" oder "Meine Anteilnahme".

  • Auf die konkrete Todessituation muss der Kondolierende nicht eingehen.


WEITERFÜHRENDE LEKTÜRE:

Vom angemessenen Umgang mit Hinterbliebenen
Zahlreiche praktische Hinweise und Tipps zu Fragen des Kondolierens hat der Theologe Klaus
Dirschauer zusammengetragen. Unter anderem beschreibt er, wie man angemessen auf eine Todesnachricht reagiert – mündlich, schriftlich oder mit anderen Gesten. Er beantwortet die wichtigsten Fragen zur Teilname an einer Trauerfeier oder einem Trauermahl und beschreibt darüber hinaus, was nach dem Abschied bleibt.
Klaus Dirschauer: Herzliches Beileid. Ein kleiner Knigge für Trauerfälle
Claudius Verlag, 48 Seiten, 4,90 Euro


Die richtigen Worte finden
Im Trauerfall fällt es schwer, die richtigen Worte zu finden – ganz gleich, ob für Kondolenzschreiben, Ansprachen, Todesanzeigen, Danksagungen oder Grabinschriften. Der Schriftsteller Georg Schwikart zeigt, worauf es in den verschiedenen Fällen ankommt und was bei der Formulierung zu beachten ist. Textbeispiele leisten Angehörigen, aber auch Bestattern, Trauerrednern oder Mitgliedern von Vereinen und Institutionen Hilfe beim Verfassen der eigenen, individuell angepassten Texte.
Georg Schwikart: Die richtigen Worte im Trauerfall. Textbeispiele und Formulierungshilfen;
Butzon & Bercker, 120 Seiten, 12,95 Euro


Trauer besser verstehen
Reiner Sörries, Professor für Theologie und Leiter des Sepulkralmuseums in Kassel, legt mit seinem Buch "Herzliches Beileid" eine umfassende Kulturgeschichte der Trauer vor. Er geht dem Phänomen der Trauer in unserer Gesellschaft nach und fragt, wie wir trauern und welche äußeren Zeichen wir der Trauer geben. Wie hat sich beides gewandelt und welche individuelle Bedeutung und gesellschaftliche Funktion haben sie inne? Welche Rolle spielt das Geschlecht bei der Trauer, welche Berufsgruppen haben sich rund um die Trauer gebildet, und wie wird sie in der Kunst dargestellt?
Reiner Sörries: Herzliches Beileid. Eine Kulturgeschichte der Trauer
Primus Verlag, 256 Seiten, 24,90 Euro


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AUSGABE 03.2013

 
 

INHALT

 
   ZEIT & GEIST  
     EIN ORT DES LEBENS  
   TRAUERKULTUR  
     KEINE ANGST VORM KONDOLIEREN  
   GESICHTER UND GESCHICHTEN  
     DER VOLLBLUT-JOURNALIST  
   GESUNDHEIT & FITNESS  
     DIE KRAFT DER FARBEN  
   FREIZEIT & REISEN  
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       EDITORIAL  
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