|    HOME    |    KONTAKT    |    IMPRESSUM    |    DATENSCHUTZ    |
GESICHTER & GESCHICHTEN

Herbert Grönemeyer, Foto: Frank Schwichtenberg | Copyright-Lizenz: CC BY-SA 4.0


DIE STIMME DER DEUTSCHEN

Er hat der deutschsprachigen Musik einen ganz großen Stempel aufgesetzt: Herbert Grönemeyer. Mit Songs wie "Männer", "Flugzeuge im Bauch", "Bochum" oder "Alkohol" schuf er deutsches Liedgut

Von Jane Kähler

Diese Stimme ist unverwechselbar, es ist schwer, sie zu beschreiben. "Ich war nie im Stimmbruch", sagt Herbert Grönemeyer, "ich habe mit 13 schon so gesungen wie heute. Ich sah zwar aus wie meine eigene Schwester, hatte aber immer schon diese Knödelstimme." Diese Stimme hat absoluten Wiedererkennungswert. Und die Deutschen lieben sie, denn mit über 13 Millionen in Deutschland verkauften Alben ist Herbert Grönemeyer einer der erfolgreichsten deutschen Musiker. Sein 1984 erschienenes Album "4630 Bochum" war der Durchbruch einer bis dahin mittelmäßigen musikalischen Karriere. Heute ist die "Hymne des Ruhrgebiets" weltbekannt und erzählt wie kein anderer Song auch von seinem Urheber: "Ich war komplett erfolglos und habe überlegt, was ich bin und was ich kann. Bochum hat mich in meinem ganzen Wesen und Denken geprägt."

Grönemeyer, 1956 geboren, wächst in Bochum mit zwei älteren Brüdern auf. Er lernt Klavier, spielt in verschiedenen Bands und verdient schon als Schüler als Pianist am Schauspielhaus Bochum sein erstes Geld. 1976 arbeitet er dort – nach einem kurzen Intermezzo als Jura-Student – als musikalischer Leiter. Dort entdeckt man ihn auch als Schauspieler. Im Fernsehen ist Grönemeyer 1977 in "Die Geisel" oder 1979 in "Uns reicht das nicht" zu sehen. Seine Film-Freundin Anna Henkel wird auch im wahren Leben seine Freundin, später Mutter seiner Kinder und 1993 seine Frau. Berühmtheit als Schauspieler erlangt Herbert Grönemeyer aber vor allem durch den Film "Das Boot", in dem er 1981 den Leutnant Werner mimt. Vier Musikalben erscheinen bis in die frühen Achtziger, sind aber kein Erfolg. Grönemeyers Konzerte müssen teilweise sogar abgesagt werden. Erst mit "Bochum" wird Herbert Grönemeyer in der Öffentlichkeit vom Schauspieler zum Musiker. Weitere Musikalben folgen im Laufe der 80er, unter anderem eines auf Englisch – Grönemeyers Popularität steigt. 100.000 Menschen kommen zu seinem Konzert. 1991 bei Berlin – bis heute der deutsche Zuschauerrekord

Musik als Hochsicherheitstrakt
Anfang 1998 zieht Herbert Grönemeyer mit seiner Familie nach London, dort und in Berlin lebt er seither. In London trifft ihn das Schicksal sehr hart, als sein Bruder und seine Frau kurz hintereinander sterben. "Der Tod ist ein Teil des Lebens, das weiß jeder, und trotzdem ist es so schwer, es zu begreifen. Es ist einer der Bestandteile, die das Gewürz "Leben" ausmachen. Tod ist der brutale Bitterstoff, aber er gehört dazu", sagt Herbert Grönemeyer. Die Musik hilft ihm, alles zu überstehen: "Schon in der Pubertät hat mir das Singen und Musikmachen bei Krisen geholfen. (...) Ich bin keiner, der mit dem Leben hadert, sondern eigentlich eine ziemliche Frohnatur. Aber ich trage die Musik immer bei mir. Das ist mein persönlicher Hochsicherheitstrakt." Sein nächstes Album, in dem er auch seinen Schmerz verarbeitet, wird das erfolgreichste seiner Karriere: "Mensch" von 2002 verkaufte sich 3,7 Millionen Mal und ist damit das meistverkaufte Album in der deutschen Musikgeschichte. Für sein Werk erhielt Herbert Grönemeyer zahlreiche Auszeichnungen, darunter mehrere Echos, zwei Goldene Kameras, 2003 den World Music Award und den Adolf-Grimme-Preis. Sozial engagiert sich Grönemeyer seit 2005 in der Kampagne "Deine Stimme gegen Armut" und ist auch oft auf Benefiz-Konzerten, wie zuletzt 2015 in Dresden bei dem Musikfestival "Offen und bunt – Dresden für alle!" gegen Fremdenfeindlichkeit zu finden. 1999 gründete Grönemeyer "Grönland Records", ein Plattenlabel, das Künstlern größere Freiheit bei der Umsetzung ihrer Projekte geben möchte. Grönemeyer wird 2016 60 Jahre alt. Ans Aufhören denkt er noch lange nicht, komponiert und schreibt weiter seine eigenwilligen Texte: "Im Grunde sitz’ ich am Klavier und forsche. Ja, forschen, das trifft’s ganz gut", sagt er.

|    Zurück    |    Home    |    Kontakt    |    Impressum    |


  


AUSGABE 01.2016

 
 

INHALT

 
   ZEIT & GEIST  
     VOM WERT DES ALTERS  
   TRAUERKULTUR  
     TRAUER ERFINDET SICH NEU  
   GESICHTER UND GESCHICHTEN  
     DIE STIMME DER DEUTSCHEN  
   GESUNDHEIT & FITNESS  
     PLATZ SCHAFFEN!  
   FREIZEIT & REISEN  
     WO DER FRÜHLING WOHNT  
       EDITORIAL  
     TRAUERNDE NICHT AUSSCHLIESSEN  
   FORUM  
     AETERNITAS INFORMIERT  
   AUS DER BERATUNG  
     HILFE FÜR MITGLIEDER

 
 
 

ARCHIVE

 
 
04.2018
03.2018
02.2018
01.2018
04.2017
03.2017
02.2017
01.2017
04.2016
03.2016
02.2016
01.2016
04.2015
03.2015
02.2015
01.2015
04.2014
03.2014
02.2014
01.2014
04.2013
03.2013
02.2013
01.2013
04.2012
03.2012
02.2012
01.2012