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AETERNITAS INFORMIERT

 


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Wertvolle News und Tipps


Lexikon Friedhof und Bestattung , Folge 15

"GRABMALGENEHMIGUNG"

In der Regel muss der Entwurf eines Grabmales vor Errichtung desselben auf dem Grab von der Friedhofsverwaltung genehmigt werden. Dafür erhebt die Friedhofsverwaltung eine Gebühr. Mit der Grabmalgenehmigungsgebühr wird also eine Gegenleistung für die Überprüfung der vorgelegten Entwürfe, insbesondere im Hinblick auf die in der Friedhofssatzung festgelegten Gestaltungsvorschriften für Grabmale, abgegolten. Der Gebührentatbestand umschreibt eine konkrete Verwaltungstätigkeit im Vorfeld der Errichtung von Grabmalen, Grabeinfassungen und Grababdeckungen. Die durch Satzung festgelegten Gebührensätze sind so zu bemessen, dass zwischen der den Verwaltungsaufwand berücksichtigenden Höhe der Gebühr einerseits und der Bedeutung, dem wirtschaftlichen Wert und dem sonstigen Nutzen der Amtshandlung für den Kostenschuldner andererseits ein angemessenes Verhältnis besteht. Meist beträgt die Grabmalgenehmigungsgebühr etwa zwischen 20,- und 70,- Euro, je nach Ort. Dabei gibt es Ausreißer nach oben wie nach unten. Es kommt aber auch vor, dass Städte keine Gebühr für die Grabmalgenehmigung verlangen.


"Öffentliche Leistungen und Funktionen aktiver Friedhöfe"

Bewertungskriterien zur Zukunftssicherung

Friedhöfe sind multifunktionale Orte, vor allem in Ballungsräumen sind sie wertvolle und oft die einzigen wohnungsnahen Grünflächen. Im Zuge veränderter Rahmenbedingungen im Friedhofs- und Bestattungswesen müssen in zunehmendem Maße öffentliche Haushaltsmittel für deren Sicherung eingesetzt werden. Bisher war es jedoch häufig schwierig, den "Mehrwert" der Friedhöfe über den Bestattungsort hinaus nachvollziehbar darzustellen, weil die entsprechenden Bewertungskriterien fehlten oder kaum durchschaubar waren.

Der vorliegende, von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderte Forschungsbericht erweitert das Blickfeld auf weitere Leistungen und Funktionen der Friedhöfe. Den Forschern um Projektleiter Martin Venne ist es zu verdanken, dass nun anhand qualitativer Bewertungskriterien zu öffentlichen Leistungen und Funktionen von Stadtfriedhöfen nachgewiesen werden kann, dass allgemeine Haushaltsmittel hier sinnvoll angelegt sind und die Zukunftssicherung der Friedhöfe im öffentlichen Interesse ist. Erstmals kann eine nachvollziehbare Priorisierung verschiedener Friedhöfe entsprechend ihrer Wertigkeit für die Erholungs- und Freizeitnutzung, ihres Denkmalwertes, ihrer stadtklimatischen und ökologischen Funktionen sowie ihrer wirtschaftlichen Bedeutung für kleine und mittlere Unternehmen erfolgen. Ergänzend wurde die Leistung von Friedhöfen bei der Inklusion leistungsgeminderter Menschen als zu definierender Wert erkannt und in die Bewertungsmatrix aufgenommen. Der Bericht wird hoffentlich Diskussionen auslösen und dazu führen, dass die Ergebnisse auch in der Praxis überprüft werden können. Ein solches Forschungsprojekt befindet sich bereits in der Planung. Daran sollten insbesondere Kommunen Interesse haben, um den "Wert" ihrer Friedhöfe nach objektiven Kriterien beziffern zu können. Der Forschungsbericht ist erhältlich bei PlanRat, dem Büro für Landschaftsarchitektur und Städtebau in Kassel (E-Mail: info@planrat.de, Tel.: 0561/770797).

Auf der Webseite www.planrat.de finden sich weitere Informationen und eine Leseprobe. PlanRat, Universität Kassel, pragmatopia (Hg.): Öffentliche Leistungen und Funktionen aktiver Friedhöfe. Deutsche Bundesstiftung Umwelt 2017, 387 Seiten, 58 Euro


"Mehr als jeder dritte Friedhof kirchlich"

Verteilung regional sehr verschieden

Kirchliche Träger verwalten rund 12.400 der bundesweit 32.000 Friedhöfe, davon 8.800 evangelische und 3.600 katholische. Das ergab eine Erhebung von Aeternitas bei allen 20 evangelischen Landeskirchen und 27 katholischen Bistümern in Deutschland. Kirchliche Friedhöfe spielen vor allem im Norden und Osten Deutschlands und in Bayern eine wichtige Rolle. So finden sich zum Beispiel im Gebiet der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland 1.846 evangelische Begräbnisstätten und in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) 1.467.

Katholische Friedhöfe hingegen gibt es im kaum katholisch geprägten Norden und Osten nur wenige – anders als in Bayern. Auf das Bundesland verteilen sich über 2.200 katholische Friedhöfe (in verschiedenen Bistümern) – aber auch ungefähr 750 evangelische.

Im Westen und Südwesten Deutschlands dominieren deutlich die kommunalen Friedhöfe, die bundesweit insgesamt zwei Drittel ausmachen. Deutlich wird dies an der Zahl der katholischen Friedhöfe in den betreffenden Bistümern: 46 im Bistum Aachen, 43 im Bistum Trier, zehn im Bistum Limburg, fünf im Bistum Speyer, zwei im Bistum Mainz, keiner im Bistum Freiburg. Ähnlich ist die Situation auf evangelischer Seite: In der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau gibt es acht, in der Evangelischen Kirche der Pfalz vier und in der Evangelischen Landeskirche in Baden keinen evangelischen Friedhof. Auch im Bereich der Evangelischen Kirche im Rheinland, die immerhin große Teile Nordrhein-Westfalens, von Rheinland-Pfalz und des Saarlands abdeckt, finden sich nur 180 evangelische Begräbnisstätten.

Evangelische Landeskirchen mit besonders vielen bzw. wenigen evangelischen Friedhöfen:

LandeskircheAnzahl*
Evangelische Kirche in Mitteldeutschland 1.846
Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland 1.467
Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens 1.300
Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-Schlesische-Oberlausitz 1.126
Evangelisch-Lutherische Landeskirche Hannovers 900
Evangelisch-Lutherische Landeskirche Schaumburg-Lippe 21
Bremische Evangelische Kirche 19
Evangelische Kirche in Hessen und Nassau 8
Evangelische Kirche der Pfalz 4
Evangelische Landeskirche in Baden 0


Katholische Bistümer mit besonders vielen bzw. wenigen katholischen Friedhöfen:

BistumAnzahl*
München und Freising 700
Augsburg 550
Regensburg 350
Paderborn 260
Passau 225
Speyer 5
Görlitz 2
Mainz 2
Magdeburg 1
Freiburg 0




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AUSGABE 03.2017

 
 

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