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AETERNITAS INFORMIERT

 


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Wertvolle News und Tipps


Lexikon Friedhof und Bestattung , Folge 17

"HYGIENISCHE VERSORGUNG"

Die hygienische Versorgung dient dazu, den Leichnam zu reinigen und ihm ein ansehnliches Aussehen zu verleihen. Vorgenommen wird die Versorgung heutzutage üblicherweise vom Bestatter - meist in dessen Räumlichkeiten, mitunter zum Beispiel aber auch in Krankenhäusern oder örtlichen Leichenhallen. Der Leichnam wird entkleidet und es werden mögliche medizinische Utensilien entfernt. Nach einer Desinfektion wird der Verstorbene gründlich gewaschen, rasiert und eingecremt. Fingernägel und Haare werden gereinigt und geschnitten, die Haare frisiert. Ferner werden Mund und Augen geschlossen. Nach der Einkleidung - auch eigene Kleidung ist hier ohne Probleme möglich - wird der Leichnam in einen Sarg gebettet. Ergänzend kann ein Thanatologe, bzw. Thanatopraktiker hinzugezogen werden - gerade bei Unfallopfern, Opfern von Gewaltverbrechen oder bei bestimmten Krankheiten. Der Thanatologe richtet den Verstorbenen so her, dass er den Hinterbliebenen einen friedlichen Anblick liefert. Auch kann er den Leichnam einbalsamieren, damit er länger erhalten bleibt. Bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts war es üblich, dass Angehörige den Leichnam versorgten. Seitdem hat es sich durchgesetzt, einem Bestatter diese Aufgabe zu übertragen. Es ist aber weiterhin möglich, selbst Hand anzulegen


Zehn Jahre Netzwerk "Qualifizierter Bestatter"

Zwei Jahre Ruhefrist für Urnen zulässig
Wegweisendes Urteil aus Bayern

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (BayVGH) hat entschieden, dass eine Regelung in der Friedhofssatzung der Gemeinde Olching, die für Urnenbeisetzungen eine Ruhefrist von zwei Jahren vorsieht, gültig ist. Der Normenkontrollantrag einer Olchinger Bürgerin wurde abgelehnt. Die Antragstellerin hatte eingewandt, die zweijährige Ruhefrist sei zu kurz. Sie verstoße sowohl gegen den postmortalen Würdeschutz als auch gegen das gesetzliche Gebot, mit Aschenresten so zu verfahren, dass das sittliche Empfinden der Allgemeinheit nicht verletzt werde. Aschenreste hätten den gleichen Anspruch auf pietätvolle Behandlung und Wahrung der Totenruhe wie erdbestattete Leichen, für die nach der Satzung eine Ruhefrist von zwölf Jahren gelte. Die Richter sahen jedoch die Achtung der Totenruhe gewahrt. Sie betonten unter anderem, dass sich Anschauungen in einem stetigen Wandel befänden und dass das Pietätsempfinden der Allgemeinheit der angegriffenen Ruhezeitregelung nicht entgegenstehe.


"FRIEDHOF HEUTE": Das sind die Gewinner

Aeternitas-Medienpreis zum vierten Mal vergeben

Bereits zum vierten Mal hat Aeternitas e.V. 2017 den Journalistenwettbewerb "Friedhof heute" ausgeschrieben. Ziel des Preises ist es, die Bedeutung, die die Institution Friedhof für unsere Gesellschaft hat, zu unterstreichen. Denn auch wenn durch einige mediale Diskussionen in der letzten Zeit der Eindruck entstehen konnte, andere Beisetzungsformen würden dem Friedhof langfristig den Rang ablaufen, werden 90 Prozent der Deutschen immer noch auf den Friedhöfen in ihren Städten und Dörfern beigesetzt. Damit bleiben sie hierzulande weiterhin die wichtigsten Begräbnisplätze.

Der 1. Preis geht an Christine Holch für ihren Beitrag „Ach wie nichtig, ach wie flüchtig...", der am 30. August 2017 in "Chrismon" veröffentlicht wurde. Das evangelische Magazin erscheint als monatliche Beilage in verschiedenen überregionalen Tageszeitungen. Der ausgezeichnete Beitrag gibt einen umfassenden Überblick, wie sich unsere Bestattungskultur und damit die Friedhöfe derzeit verändern und worin die Gründe dafür liegen. In der Jurybegründung heißt es: "Der Journalistin gelingt es, abwechslungsreich und unterhaltsam eine Vielzahl an Themen abzubilden, ohne sich in Details zu verlieren oder den Leser mit der Fülle an Informationen zu überfordern. Im Rahmen der gründlichen Recherche und Perspektivenvielfalt beeindruckt darüber hinaus, wie groß die Zahl der verschiedenen Experten ist, die zu Wort kommen ..."

"Sein Leben war Musik. Ihr Leben war Arbeit. – Vom kleinen Unterschied zwischen Männern und Frauen in der Bestattungskultur" lautet der Titel des mit dem 2. Preis ausgezeichneten Beitrags. Eingereicht wurde er von Astrid Springer und ausgestrahlt am 21. November 2017 im rbb Kulturradio. In der knapp 30minütigen Sendung zeigt die Journalistin anschaulich auf, dass die klassische Rollenverteilung auch am Friedhofstor nicht Halt macht und bringt Beispiele aus allen Stadien, die ein Trauerfall durchläuft: Vom Gespräch beim Bestattungsunternehmen über die Trauerrede bis hin zur Inschrift des Grabsteins. Die Jury hebt hervor, dass die zahlreichen Aspekte der Unterschiede ohne platte Klischees und ohne zu moralisieren aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet werden. Aufgelockert wird der facettenreiche und durchaus amüsante Radiobeitrag außerdem durch fiktive, aber "aus dem Leben gegriffene" Spielszenen.

Der Trend hin zum platzsparenden Urnengrab, Leerstand, Mehrkosten bei der Grünflächenpflege – das sind Probleme, mit denen viele Friedhöfe heute zu kämpfen haben. Faktenreich und fundiert beschreibt Rebecca Piron in ihrem Beitrag "Letzte Ruhe neu gedacht", der in der Fachzeitschrift "KOMMUNAL" am 27. September 2017 erschienen ist, diese Situation und erhält dafür den 3. Preis des Aeternitas-Wettbewerbs. Die Journalistin geht aber noch weiter: Anhand zweier treffend ausgewählter Positiv-Beispiele schildert sie, wie kreativ einige Friedhofsverwaltungen mit den derzeitigen Herausforderungen umgehen, und spricht die Zuständigen in den Kommunen und deren Verwaltungen direkt an und fordert sie auf, sich nach solchen Vorbildern umzusehen und wichtige Entscheidungen für die Zukunft jetzt zu treffen.

Die Beiträge der Gewinner sowie die kompletten Jury-Begründungen finden Sie unter www.aeternitas.de in der Rubrik "Presse".



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AUSGABE 01.2018

 
 

INHALT

 
   ZEIT & GEIST  
     MOBILITÄT IM ALTER  
   TRAUERKULTUR  
     WIE MÄNNER TRAUERN  
   GESICHTER UND GESCHICHTEN  
     BEWEGTES LEBEN  
   GESUNDHEIT & FITNESS  
     DIE KRAFT DER LANGSAMKEIT  
   FREIZEIT & REISEN  
     MALLORCA-SCHÖNHEITEN  
       EDITORIAL  
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