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AETERNITAS INFORMIERT

 


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Wertvolle News und Tipps


Lexikon Friedhof und Bestattung , Folge 18

"SEEBESTATTUNG"

Bei der Seebestattung wird die Asche in eine Urne aus leicht löslichem Material (zum Beispiel Zellulose, Sand-Salzgemisch oder Maisstärke) umgefüllt und vom Schiff aus im Meer versenkt. Gewöhnlich finden Seebestattungen (nach verschiedenen Schätzungen ca. zwei bis zweieinhalb Prozent aller Bestattungen in Deutschland) in der Nord- und Ostsee im Bereich des Küstenmeeres statt. Viele Anbieter haben jedoch auch Angebote außerhalb der deutschen Gewässer, zum Beispiel im Mittelmeer. Eine Beisetzung auf Binnengewässern ist in Deutschland nicht zulässig. An Bord der Schiffe kann in der Regel eine Trauerfeier abgehalten werden. Seebestattungs-Reedereien bieten häufig auch Gedenkgottesdienste und Erinnerungsfahrten für Angehörige an. Der Ort an dem die Urne versenkt wird, wird schriftlich festgehalten. Nach der Seebestattung stellen die Reedereien Seekarten mit der eingezeichneten Stelle aus. Diese Karten werden den Hinterbliebenen zusammen mit einer Kopie des Logbucheintrages ausgehändigt. Seebestattungen können auch anonym durchgeführt werden.


LÄRM AUF FRIEDHÖFEN ERLAUBT

Gericht hält Einsatz von Laubbläsern für angemessen

Laubbläser mit Verbrennungsmotor verursachen auch auf Friedhöfen gewaltigen Lärm. Nach einem Beschluss des Oberverwaltungsgerichts Saarlouis (Aktenzeichen 2 A 173/17) ist dies jedoch hinzunehmen, sowohl für Anwohner als auch für Inhaber von Grabstätten und Friedhofsbesucher. Das Gericht bestätigte damit ein Urteil des Verwaltungsgerichts des Saarlands. Die Richter verwiesen unter anderem darauf, dass es nicht wirtschaftlich umsetzbar sei, das Laub von über 600 Bäumen auf dem entsprechenden Friedhof mithilfe von Rechen und Besen zu beseitigen. Der Kläger hatte sich im vorliegenden Fall sowohl als Wohnungseigentümer in Friedhofsnähe als auch als Inhaber eines Grabnutzungsrechts an das Gericht gewandt. Aus dem Grabnutzungsrecht ergebe sich nach Meinung der Richter zwar ein Recht auf innere Einkehr und Ruhe beim Totengedenken. Doch erst bei erheblichen Einschränkungen, die speziell das Grab des einzelnen Nutzungsberechtigten beträfen und nicht dem Friedhofszweck entsprächen, hätten Betroffene Aussicht auf einen Unterlassungsanspruch. Gleiches gelte für nachhaltige Störungen verbunden mit dem Unterlassen zumutbarer Schutzvorkehrungen. Beides sei bei dem notwendigen Gebrauch der Laubbläser jedoch nicht gegeben. Ohnehin würden diese nur zu bestimmten Zeiten eingesetzt und nie, wenn auf dem Friedhof Trauerzeremonien stattfänden. Darüber hinaus könne sich der Kläger nicht auf die örtliche Friedhofssatzung berufen, nach der es verboten sei "zu lärmen". Dies beziehe sich offenkundig auf das Verhalten der Friedhofsbesucher.


RATGEBER ZUR GRABMALSTANDSICHERHEIT IN NEUER FASSUNG

Aktualisierte Version zum kostenlosen Download

Aus Sicherheitsgründen muss ein Grabmal fachgerecht aufgestellt und seine Standsicherheit regelmäßig überprüft werden. Daraus ergeben sich zahlreiche Rechte und Pflichten für Steinmetze, für die Verbraucher als deren Kunden und als Friedhofsnutzer und für die Friedhofsverwaltungen.

Was bei diesem komplizierten Geflecht für die jeweiligen Beteiligten zu beachten ist, erläutert der aktualisierte Aeternitas-Ratgeber "Die Standsicherheit des Grabmals - unter besonderer Berücksichtigung des Werkvertrages zwischen Unternehmer (Steinmetz) und Verbraucher".

Dargestellt werden insbesondere die Rechtsnormen und -grundsätze, die zur Standsicherheit beitragen sollen, sowie die Rechtsfolgen bei Nichteinhaltung der entsprechenden Normen und bei Schadensfällen. Darüber hinaus enthält der Ratgeber einige Ratschläge zur Haftungsvermeidung.

Den Ratgeber (PDF-Datei, 16 Seiten) finden Sie auf der Aeternitas-Webseite im Bereich "Kostenlose Downloads".


GEHÖRT DAS ZAHNGOLD IN DIE URNE?

Rechtsgutachten von Aeternitas klärt auf

Unter Krematoriumsbetreibern hat in den letzten Jahren die Unsicherheit zugenommen, wie sie korrekt mit Metallresten in der Totenasche verfahren sollen. Die vielerorts übliche Entnahme und anschließende Verwertung wird von manchen Experten kritisch gesehen. Einige fordern, dass solche Überreste vollständig in die Urnen (Fachleute sprechen hier von Aschekapseln) gehören und mit beigesetzt werden sollten. Dabei stützen sie sich unter anderem auf ein Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) aus dem Jahr 2015, nach dem die unbefugte Entnahme von Zahngold aus der Totenasche strafbar ist. Die Richter stuften dabei sämtliche Überreste aus der Einäscherung als Teil der Totenasche ein – inklusive der Metalle. Nach einem aktuellen Rechtsgutachten von Aeternitas können Krematorien jedoch weiterhin Zahngold und andere Implantate aus der Totenasche entnehmen. Eine strafrechtliche Relevanz ergäbe sich nur dann, wenn die Entnahme unbefugt erfolgt. Üblicherweise lassen sich Krematoriumsbetreiber jedoch von den Hinterbliebenen schriftlich bestätigen, die metallischen Überreste entnehmen und verwerten zu dürfen. Ohnehin unproblematisch wäre die Entnahme, wenn der Verstorbene dieser bereits zu Lebzeiten zugestimmt hat. Ähnliches gilt aus zivilrechtlicher Perspektive: Hiernach kann das Eigentum an den Metallen in der Totenasche rechtmäßig auf den Betreiber des Krematoriums übergehen – wenn Erben und Totensorgeberechtigte dieser Aneignung zustimmen. Darüber hinaus ist die strafrechtliche Sicht, was Bestandteil der Asche ist, auf das Bestattungsrecht nicht übertragbar. Betrachtet man die entsprechenden Regelungen der Landesbestattungsgesetze, sind Implantate kein beizusetzender Bestandteil der Totenasche.

Das ausführliche Gutachten (neun Seiten) stellt Aeternitas kostenlos auf seiner Webseite www.aeternitas.de zum Download zur Verfügung.


FRIEDHOFSGEBÜHREN

Ein Praxishandbuch klärt auf

von Friedhofsgebühren kaum zu durchdringen. Mit seinem umfassenden, über 400 Seiten starken Praxishandbuch gibt Erik Gawel allen mit diesem Thema Befassten eine äußerst detaillierte Anleitung zur Gebührenbemessung an die Hand. Ausführlich widmet er sich den rechtlichen und ökonomischen Grundlagen zur Kalkulation der verschiedenen Arten von Friedhofs- und Bestattungsgebühren. Zahlreiche Schaubilder und Beispiele verdeutlichen die wichtigsten Grundsätze, Ermessensspielräume und Gefahrenquellen bei der Gebührenfindung in der Praxis. Dass dabei nicht jedes einzelne Schaubild unmittelbar eingängig ist und einige Formeln doch mehrerer Blicke benötigen, stört angesichts der meistens sehr verständlichen Erläuterungen kaum. Selbst auf viele Sonderprobleme geht Gawel ausführlich ein. Eine hilfreiche Checkliste am Ende des Buches hilft in der Praxis. Auch wenn es an manchen Stellen zu Wiederholungen kommt, ist das Buch jedem zu empfehlen, der sich mit der Kalkulation von Friedhofsgebühren befasst. Ein vergleichbar erschöpfendes Werk sucht man vergeblich.

Über den Autor: Erik Gawel lehrt als Professor an der Universität Leipzig VWL und Finanzwissenschaft und ist als öffentlich bestellter Sachverständiger und Gutachter im Bereich der Gebührenkalkulation tätig. Darüber hinaus veröffentlicht er regelmäßig Fachaufsätze zur Kalkulation von Friedhofsgebühren.

Erik Gawel: Die Kalkulation der Friedhofsgebühren.
Handbuch für die Praxis, Kohlhammer-Verlag, 454 Seiten, 74 Euro

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AUSGABE 02.2018

 
 

INHALT

 
   ZEIT & GEIST  
     AUF GEHT'S, OMA  
   TRAUERKULTUR  
     DER SOS NOTFALLORDNER  
   GESICHTER UND GESCHICHTEN  
     QUEEN OF POP  
   GESUNDHEIT & FITNESS  
     DIE WELT DER SMOOTHIES  
   FREIZEIT & REISEN  
     IMMER AM FLUSS  
       EDITORIAL  
     DIE ASCHE DER VERSTORBENEN BLEIBT ZURÜCK  
   FORUM  
     AETERNITAS INFORMIERT  
   AUS DER BERATUNG  
     HILFE FÜR MITGLIEDER

 
 
 

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