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EDITORIAL


ALEXANDER HELBACH, Chefredakteur

DIE ASCHE DER VERSTORBENEN BLEIBT ZURÜCK

Immer erreichen Aeternitas Fragen zum Thema Umbettung. Die Betroffenen wünschen, auch nach einem Umzug am neuen Wohnort das Grab ihrer Angehörigen besuchen zu können. Dazu müssten die sterblichen Überreste in eine neue Ruhestätte überführt werden. Praktisch ist dies bei Urnen, auf die sich die meisten Anfragen beziehen, kein Problem. Rechtlich sieht die Situation jedoch anders aus: Umbettungen werden nur selten und auch nur in Ausnahmefällen genehmigt. Ein Umzug und das damit verbundene erschwerte bzw. nicht mehr mögliche Totengedenken am Grab reichen als Grund in der Regel nicht aus. Dies bemängelt Aeternitas schon seit vielen Jahren.

Angesichts der heutigen Anforderungen an die Mobilität in unserer Gesellschaft sind Bürger immer wieder gezwungen, den Bestattungsort ihrer verstorbenen Angehörigen zu verlassen. Umzüge – auch im hohen Alter, zum Beispiel aus gesundheitlichen Gründen – sind keine Seltenheit. Auf der Strecke bleibt dabei die Möglichkeit zum regelmäßigen Grabbesuch, der vielen Menschen immer noch viel bedeutet. Leider gingen Reformen einzelner Landesbestattungsgesetze in den letzten Jahren auf diesen Aspekt nicht ein.

Gleichzeitig rückt die Rechtsprechung nicht von ihrer Position ab, die Interessen der trauernden Angehörigen als zweitrangig zu betrachten. Zu sehr stellt sie die – vermeintliche – Störung der Totenruhe in den Mittelpunkt, die sich aus einer Umbettung ergebe. Doch dient es nicht in besonderem Maße der Würde Verstorbener, wenn Angehörige deren Grab besuchen und pflegen können?

Wie sehr die bestehenden Regelungen hinterherhinken, zeigen übrigens auch die Ergebnisse einer repräsentativen Emnid- Umfrage bereits aus dem Jahr 2010: Schon damals waren nur fünf Prozent der Bevölkerung grundsätzlich gegen Umbettungen. 60 Prozent haben sich dafür ausgesprochen, Umbettungen alleine auf Wunsch der Angehörigen zuzulassen.

Zumindest für Urnen sollte der Gesetzgeber die Umbettung ausdrücklich erleichtern, um dem Wandel zur mobilen Gesellschaft gerecht zu werden.



Ihr Alexander Helbach

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AUSGABE 02.2018

 
 

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