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EDITORIAL


ALEXANDER HELBACH, Chefredakteur

BESTATTUNGS-WÜNSCHE SIND VERTRAUENSSACHE

Ein Urteil des Landgerichts Nürnberg- Fürth lenkt den Blick auf das Totensorgerecht. Demnach hatte die Tochter einer Verstorbenen keinen Anspruch, deren Wünsche zur Bestattung umzusetzen – obwohl der Sohn sich nicht an die Vorgaben der Mutter gehalten hatte. Er ließ die sterblichen Überreste in der Nähe seines Wohnortes beisetzen, nicht in dem Familiengrab der Eltern der Verstorbenen, wie es ihrem Willen entsprach.

Was auf den ersten Blick nicht nachvollziehbar erscheint, erschließt sich aus den speziellen Umständen des Falles. Die verstorbene Mutter hatte ihren Sohn als Alleinerben eingesetzt und die Tochter enterbt. Darüber hinaus hatte sie verfügt, dass die Tochter nicht über ihren Tod informiert werden und nicht an der Bestattung teilnehmen sollte.

Im Ergebnis war allein dem Sohn auch das Totensorgerecht zugefallen. Er konnte also über die Bestattung bestimmen, was sicherlich ursprünglich im Sinne der Mutter gewesen war. Sie konnte ja nicht wissen, dass dieser sich nicht an ihre Wünsche halten würde.

Grundsätzlich – wenn nichts anderes verfügt wurde – fällt das Totensorgerecht den nächsten Angehörigen in einer bestimmten Reihenfolge zu. Im vorliegenden Fall hätten dann Bruder und Schwester gleichermaßen über die Bestattung bestimmen dürfen, der vorliegende Wunsch der Mutter hätte am Ende den Ausschlag gegeben. Doch es lagen ja die oben beschriebenen Verfügungen der Verstorbenen vor.

Daraus schlussfolgerten die Richter, dass es nicht im Sinne der verstorbenen Mutter gewesen sein könnte, dass ihre Tochter irgendwie Einfluss auf die Ausgestaltung ihrer Bestattung nehme. Diese konnte somit nicht verhindern bzw. rückgängig machen, dass ihre Mutter nicht am von ihr gewünschten Ort beigesetzt wurde.

Der vorliegende Fall zeigt deutlich, wie wichtig es ist, die passende(n) Person(en) mit der Umsetzung der Bestattungswünsche zu betrauen. In den meisten Fällen kann zwar darauf vertraut werden, dass die eigenen Angehörigen sich an die Vorgaben halten. Aber bei Zweifeln ist es angebracht, genauer hinzuschauen und nichts dem Zufall zu überlassen.



Ihr Alexander Helbach

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AUSGABE 03.2018

 
 

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