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GESICHTER & GESCHICHTEN

Michael Stich Foto:Thomas Steiner | Copyright-Lizenz: CC-BY 3.0


DER BALL-ZAUBERER

Sein Ballgefühl ist legendär: Michael Stich ist einer der bedeutendsten deutschen Tennisspieler und Wimbledon-Sieger. Im Oktober 2018 wird Stich 50 Jahre alt.

Von Jane Kähler

er Juli 2018 war besonders für Michael Stich: Als sechster deutscher Spieler wurde er in die "International Tennis Hall of Fame" in Newport, Rhode Island, USA aufgenommen, und außerdem ging ein Traum zu Ende: Sein zehntes Jahr als Direktor des ATP-Turniers am Hamburger Rothenbaum war sein letztes. In seiner Antrittsrede 2009 hatte er gesagt: "Tatsächlich will ich diesem wunderbaren Traditionsturnier und meinem Sport etwas von dem zurückgeben, was es mir bedeutet hat. Ich liebe diese Stadt, und ich möchte helfen, hier Weltklasse-Tennis zu erhalten."

Michael Detlef Stich wurde am 18. Oktober 1968 in Pinneberg geboren und wuchs in Elmshorn auf. Besonders in den 90er-Jahren zeigte er sein Talent auf den Tennis-Turnieren der Welt. "Ich wollte nie Tennisprofi werden", sagt Stich, "ich habe immer Tennis und Fußball gleichzeitig gespielt, habe den Sport geliebt und es gehasst, zu verlieren. Erst nach dem Jugendmeister- Titel kam der Trainer zu mir und sagte: Mensch, du könntest doch Profi werden." Im Laufe seiner Karriere gewann Stich 18 Turniere im Einzel, darunter Wimbledon, den Davis Cup und die ATP-Weltmeisterschaft und errang außerdem zehn Doppeltitel. Oft wird ihm nachgesagt, im Schatten seines Kollegen und Konkurrenten Boris Becker gestanden zu haben. Zu unterschiedlich sind aber sowohl Charaktere wie Spielanlagen. Die Karrieren der beiden deutschen Tennisstars Stich und Becker sind aber eng verknüpft: Mit 6:4, 7:6, 6:4 errang Stich seinen größten Triumph 1991 in Wimbledon ausgerechnet gegen Boris Becker, bei den Olympischen Spielen 1992 gewann das ungleiche Paar im Doppel-Finale Gold. "Michael hat die bessere Technik", sagt Boris Becker über den Kollegen. "Ich hatte den größeren Willen. Michael war der Stratege, ich war die Kampfmaschine." Becker hätte gern Stichs Leichtigkeit des Spiels gehabt. "Er hat weniger trainiert. Der hat den Schläger genommen und einfach losgespielt." Stich hat sportliche Erfolge errungen, die vor ihm kein zweiter Deutscher erreicht hat: Etwa Turniersiege auf allen vier Platzbelägen - Sand, Teppich, Hartplatz und Rasen - innerhalb eines Jahres (1991 und 1993) oder Finalist bei den French Open in Paris (1996). Doch Wimbledon blieb der größte Erfolg des Elmshorners: "Es gibt nichts Größeres im Tennissport", sagt Stich. Bis auf Platz zwei der Weltrangliste spielte sich Michael Stich im Laufe seiner Karriere, musste aber - gerade 28-jährig - wegen einer Schulterverletzung 1997 seine Profi-Laufbahn beenden. "Ich habe den Abschied vom Tennissport nicht so problematisch gesehen", sagt Stich, "zum einen, weil ich mich darauf vorbereitet hatte. Zum anderen aber auch, weil danach eine neue, spannende Zeit begann. Meine Aids-Stiftung, das Rückenzentrum, das ich gegründet habe, und auch meine Aufgabe als Turnier-Direktor, das sind Aktivitäten, die mich ausfüllen. Das Gute daran ist: Ich muss niemandem mehr etwas beweisen. Das macht frei."

Michael Stich war von 1992 bis 2003 mit der Schauspielerin Jessica Stockmann verheiratet. 1994 gründete das Paar die "Michael Stich-Stiftung", nachdem 1991 der Tennisprofi Michael Westphal und damalige Lebensgefährte Stockmanns an Aids verstorben war. Die Stiftung setzt sich vor allem für HIV-infizierte Kinder ein. 2002 baute Stich mit Partnern das Hamburger Rückenzentrum auf. Er arbeitete als Tennis-Kommentator für die englische BBC. Seit 2005 ist Michael Stich mit der Dressurreiterin Alexandra Rikowski verheiratet, er sammelt zeitgenössische Kunst und malt auch selbst. Sein Traum ist eine eigene Kunstgalerie. "Ich liebe immer noch Herausforderungen, weil man an ihnen wächst. Und ich finde es reizvoll und spannend, die eigene Persönlichkeit weiter zu entwickeln. Ein Leben lang", meint Stich.

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AUSGABE 03.2018

 
 

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