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GESICHTER & GESCHICHTEN

Christiane Hörbiger Foto: Manfred Werner (Tsui) | Copyright-Lizenz: CC-BY 3.0


GRANDE DAME

Sie ist eine der beliebtesten und vielseitigsten Schauspielerinnen: Christiane Hörbiger wurde 2018 für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Kürzlich hat sie ihren 80. Geburtstag gefeiert.

Von Jane Kähler

hristiane Hörbiger, die am 13. Oktober 80 Jahre alt wurde, gehört zu einer Wiener Schauspieler-Dynastie. Ihre Eltern Paula Wessely und Attila Hörbiger waren im Österreich der 1930er-Jahre bekannte Schauspieler, ebenso ihr Onkel Paul Hörbiger. So wie sie beginnt Christiane Hörbiger ihre Karriere am Wiener Burgtheater, ebenso ihre Schwestern Elisabeth Orth und Maresa Hörbiger. Schon als kleines Mädchen ist Christiane fasziniert vom Beruf ihrer Eltern. "Mein Vater war bei großen Premieren leichenblass vor Aufregung. Meine Mutter weniger. Aber das sehe ich noch vor mir, wie sie in die Küche kommen und sich verabschieden. Immer schön angezogen, weil jede Premiere ein großer Tag für Schauspieler ist." Doch die Schauspieler-Eltern haben eine ganz andere Karriere für die mittlere Tochter im Sinn: Christiane soll Konditorin werden. Aber die eigens erworbene Konditorei geht Konkurs - zur Freude von Christiane, denn 1955 steht sie mit ihrem Vaters in "Der Major und die Stiere" erstmals vor der Kamera. 1967 bis 1985 ist Christiane Hörbiger Ensemblemitglied am Schauspielhaus in Zürich. Vom Theater wagt sie 1984 den Sprung in die TV-Serienwelt: Als starke, elegante Gräfin in "Das Erbe der Guldenburgs" wird Hörbiger bekannt. "Ich wollte mal an das Publikum heran, das nicht ins Theater geht; ich wollte einen Bekanntheitsgrad nachholen, den ich mit dem Theaterspielen in Zürich verloren hatte", sagt sie.

1992 spielt Christiane Hörbiger eine der Rollen ihres Lebens: Freya von Hepp in "Schtonk!", dem Film um die Hitler-Tagebücher. Die Rolle der "geilen alten Nazisse, die sich die Männer nimmt - das kann ich nicht gut", sagte die Schauspielerin damals. Kritikern zufolge spielt sie aber mit "kaltäugiger Härte" und der "Süffisanz einer bösen Wiener Gnädigen". "Sie ist eine ganz große Schauspielerin", sagte auch "Schtonk!"- Regisseur Helmut Dietl, "ich habe ihr nicht lange was erzählen müssen über ihre Rolle. Wir haben sie einmal im Hotelzimmer gemeinsam durchgelesen, und alles war klar. Bei den Dreharbeiten genügte dann ein Blick." Von 1999 bis 2003 spielt Christiane Hörbiger die Hauptrolle in der Serie "Julia - eine ungewöhnliche Frau", in der sie eine Richterin mimt.

Sie gehört zu den wenigen Schauspielerinnen, die gleich drei Goldene Kameras gewannen: 1988 für "Das Erbe der Guldenburgs", 2001 für die Rolle der Julia und 2018 für ihr Lebenswerk. Christiane Hörbiger gilt in der Branche als äußerst professionell. Der Produzent Markus Trebitsch schätzt ihre Leidenschaft und die Disziplin für ihren Beruf. "Sie ist außergewöhnlich und absolut uneitel in der Auswahl ihrer Rollen. Sie hat schon eine Alkoholikerin, eine Gelähmte und eine Frau, die auf der Straße lebt, für mich gespielt."

Christiane Hörbiger war zweimal verheiratet und hat einen Sohn aus zweiter Ehe. 2016 starb ihr langjähriger Lebensgefährte - nur eine Woche vor der Hochzeit. "Das Loslassen ist noch immer nicht beendet, aber es geht jeden Tag ein wenig besser", sagt die Witwe, "das Alleinsein erfährt einen gewissen Gewöhnungseffekt."

Durchs Leben begleiten sie ihre beiden Hunde, die Möpse Loriot und Vicco. Außerdem liebt Christiane Hörbiger das Schwimmen. "Wenn ich morgens um sechs Uhr in der Früh hinausschwimme in den Wolfgangsee und die Sonne hinter dem Berg hervorkommt, dann sage ich: 'Danke, dass ich das erleben darf!'"

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