|    HOME    |    KONTAKT    |    IMPRESSUM    |    DATENSCHUTZ    |
AETERNITAS INFORMIERT

 


AETERNITAS INFORMIERT

Wertvolle News und Tipps


Lexikon Friedhof und Bestattung , Folge 25

"GRUFT"

Eine Gruft bezeichnet einen ummauerten Raum, in dem Verstorbene nicht direkt in der Erde beigesetzt werden. Beispiele für eine Gruft sind Grabkammern oder Grabgewölbe in einer Krypta, einem unterirdischen Kirchenraum, oder die architektonisch überbauten oberirdischen Bestattungsanlagen, zu denen die vielfach künstlerisch ausgestalteten Mausoleen gehören. Insgesamt sind Bestattungen in Grüften kaum noch üblich und werden nur selten und nur auf wenigen Friedhöfen angeboten. Oft handelt es sich dabei um historische Familiengrüfte, in denen in der Regel kein Außenstehender bestattet wird. Mit der Zunahme von Feuerbestattungen werden heute manchmal auch Urnen in Grüften beigesetzt. Einige Friedhöfe haben historische Grüfte, die ansonsten nicht mehr genutzt werden würden, für Urnenbeisetzungen in ihr Angebot aufgenommen. Dort findet dann eine Vielzahl von Urnen Platz, beigesetzt werden kann jeder. In manchen Regionen wird der Begriff „Gruft“ auch synonym für das ausgehobene, nicht gemauerte Grab verwendet.


DER GLANZ DES LEBENS

Asche und Erinnerungskörper

Bestattungskultur und Trauerprozesse verändern sich. Die Vorstellung, aus der Kremationsasche Verstorbener Schmuckgegenstände zu erzeugen, ist längst keine Science-Fiction mehr, sondern mitten in Europa Realität. Anders als im deutschen Bestattungsrecht besteht im europäischen Ausland die Möglichkeit, aus der Asche von Verstorbenen Schmuckstücke herstellen zu lassen. Auf technischem Wege werden hier Erinnerungsartefakte produziert, die die Verstorbenen repräsentieren. Neu ist, dass die sterblichen Überreste post mortem materiell im Artefakt enthalten sind. In der Bestattungskultur gibt es dafür keine Vorbilder. Das neu erschienene Buch "Der Glanz des Lebens" beantwortet zahlreiche spannende Fragen zum Thema: Welche Rolle spielen diese "Aschediamanten" im Trauerprozess? Wie gehen Angehörige mit ihnen um? Welche Rolle spielt Ästhetik? Wie reagiert das soziale Umfeld? Inwiefern wird hier die Idee der Reliquie erneuert? Das Buch basiert auf Interviews mit Personen, die sich für diese Form des Gedenkens entschieden haben. Die drei namhaften Autoren, allesamt Experten bei Fragen der Bestattungskultur, haben Produktionsstätten der Edelsteine besucht, mit Experten gesprochen und waren bei Übergaberitualen anwesend. Neben praktisch-theologischen und soziologischen Bewertungen kommen in zahlreichen Fallanalysen Betroffene ungefiltert zu Wort.

Thorsten Benkel, Thomas Klie, Matthias Meitzler:
Der Glanz des Lebens. Aschediamant und Erinnerungskörper.
Vandenhoeck & Ruprecht 2019, 240 Seiten, 20 Euro





|    Zurück    |    Home    |    Kontakt    |    Impressum    |


  
 

INHALT

 
   ZEIT & GEIST
NACHHALTIGER LEBEN
 
   TRAUERKULTUR
ERBSCHAFT IM DIGITALEN ZEITALTER
 
   GESICHTER UND GESCHICHTEN
JAHRHUNDERT-ENTERTAINER
 
   GESUNDHEIT & FITNESS
DAS GROSSE VERGESSEN
 
   FREIZEIT & REISEN
MEIN HAUS IST DEIN HAUS
 
       EDITORIAL
LEICHENSCHAU DEUTLICH TEURER
 
   FORUM
AETERNITAS INFORMIERT
 
   AUS DER BERATUNG
HILFE FÜR MITGLIEDER