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EDITORIAL


ALEXANDER HELBACH, Chefredakteur

LEICHENSCHAU DEUTLICH TEURER

Angehörige müssen seit Anfang des Jahres weitaus höhere Gebühren für eine ärztliche Leichenschau zahlen. Damit will der Gesetzgeber eine angemessene Bezahlung der zuständigen Ärzte gewährleisten. Die neue Gebührenordnung entpuppt sich jedoch als noch intransparenter als die bisherige. Zu befürchten ist, dass auch in Zukunft häufig falsch, nämlich zu hoch abgerechnet wird.

Bisher durfte die Leichenschau maximal (für besondere Fälle) bis zu 76,56 Euro kosten. Korrekt abgerechnet ergaben sich meist Beträge zwischen 20 und 60 Euro. Diese Summen waren für den notwendigen zeitlichen Aufwand einer hochqualifizierten Berufsgruppe durchaus nicht mehr angemessen. Dass allerdings viele Ärzte falsch abgerechnet haben, um auf höhere Beträge zu kommen, haben wir schon vielfach kritisiert. Und viele Aeternitas-Mitglieder haben sich mit unserer Hilfe gegen zu hohe Rechnungen gewehrt.

Aus der überarbeiteten Gebührenordnung ergibt sich ein üblicher Kostenrahmen von 103 bis 265 Euro – abhängig von Dauer und Umfang der Leistung, Todesumständen, Uhrzeit und Wochentag sowie der Entfernung der Arztpraxis (bzw. des Wohnorts des Arztes) zum Ort der Leichenschau. Hier zeigt sich das grundlegende Problem: Der Rechnungsbetrag setzt sich aus unübersichtlich vielen verschiedenen Ziffern, Paragraphen und Zuschlägen zusammen, die wiederum von einer ganzen Reihe eben genannter Bedingungen abhängen. Die Angehörigen sind so weiterhin kaum in der Lage, die Korrektheit einer Rechnung einschätzen zu können. Die Chance für eine transparente Regelung der Leichenschaugebühren wurde vertan. Nicht im Sinne der Verbraucher ist ebenso, dass anders als bisher eine vorläufige Leichenschau (zum Beispiel durch den Rettungsdienst) abgerechnet werden kann. Da die eingehende Leichenschau anschließend dennoch verpflichtend ist, kommen unter Umständen Beträge von mehr als 400 Euro zusammen. Falls Ihnen eine Leichenschaurechnung unverhältnismäßig hoch vorkommt: Melden Sie sich, wir prüfen das. Dies gilt auch für Fälle aus den letzten drei Jahren. Diese sind noch nicht verjährt.

Ihr Alexander Helbach

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