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DURCHSTARTEN IM ALTER - STUDIUM FÜR SENIOREN Foto: Foto: pixabay.com/markusspiske | Copyright-Lizenz: CC0 Creative Commons


NACHHALTIGER LEBEN

Flora und Fauna schützen, Ressourcen schonen, gesund ernähren - all das erreicht das Ziel, nachhaltiger zu handeln. Und das ist im Alltag schon oft einfacher umzusetzen als man denk...

Von Jane Kähler

In Zeiten von Klimawandel und "Fridays for Future"- Demos hat das Thema Nachhaltigkeit einen prominenten Stellenwert in unserer Gesellschaft bekommen. Viele Menschen überdenken ihren Konsum und zwingen damit auch Unternehmen und Händler, ihre Produkte und Vertriebswege zu überdenken. Doch was heißt eigentlich "Nachhaltigkeit"? Im alltäglichen Sprachgebrauch meinen wir meist ein ökonomisches und ökologisches Handeln, das dafür sorgen soll, dass auch künftige Generationen ihre Bedürfnisse befriedigen können. Dabei müssen die begrenzten natürlichen Ressourcen umsichtig verwendet werden.

Während die Regierungen in aller Welt um Klimaabkommen ringen, kann jeder Einzelne schon etwas in seinem Alltag tun. Ob es um den Einkauf, das Saubermachen, Einkleiden oder Reisen geht: Im Kleinen nachhaltig leben geht einfacher als man denkt und kann schon vieles verändern.

Seit seinem Siegeszug etwa ab den 1950er Jahren hat Kunststoff vor allem in Technik und Medizin sehr viel Gutes bewirkt und durchaus seine Berechtigung. Unser Verbrauch ist aber exponentiell angestiegen und Plastik überschwemmt mittlerweile regelrecht unseren Planeten. Jeder Deutsche produzierte laut Umweltbundesamt 2017 jährlich 226,5 kg Verpackungsmüll. Sechs Mal mehr Plastik als Plankton schwimmt heute in den Ozeanen. Plastik zersetzt sich erst nach Hunderten von Jahren und zerfällt in immer kleinere Teile. Plastik gefährdet das Ökosystem Meer und gerät etwa mit dem Genuss von Fisch auch in den menschlichen Körper. Nur etwa die Hälfte des Plastiks kann auch tatsächlich recycelt werden – es wird entweder falsch entsorgt, oder aber es handelt sich um Verbundstoffe. Es gilt: Je sortenreiner ein Kunststoff ist, desto besser für das Recycling. Ein wichtiger Bestandteil einer nachhaltigen Lebensweise ist es, auf natürliche Materialien und weniger Verpackung zu setzen. Der tolle Nebeneffekt: Bad und Küche sehen ohne Plastik auch gleich viel schöner aus!

Im Badezimmer
Um zu vermeiden, dass Mikroplastik in das Abwasser und damit in die Meere gelangt, kann man die richtigen Produkte im Bad verwenden. Viele Hautcremes, Zahnpasten, Duschgels, Shampoos, Sonnenschutzmittel und so weiter verwenden nach wie vor Plastik in ihren Rezepturen. Es lohnt ein Blick auf die Zutatenlisten. Wer Lust und Zeit hat, kann Hautcremes, Seife oder auch Deo selber machen. Das ist einfacher als man denkt, und man weiß genau, was am Ende Gutes drinsteckt. Auch der Verpackungsmüll, der im Bad anfällt, lässt sich gut einschränken. Haarshampoo und -spülung sowie Duschgel gibt es mittlerweile in vielen Drogerien in fester Form. Die seifenähnlichen Produkte sind teuer als die Alternative in Plastik, aber auch sehr viel ergiebiger, weil sie kein Wasser als Füllstoff enthalten. Statt Wattepads kann man wiederverwertbare waschbare Pads verwenden. Zahnbürsten aus Holz oder Bambus gibt es mittlerweile vielerorts zu kaufen und statt Zahnpasta kann man Zahnputztabletten benutzen.

In der Küche
Herkömmliche Putzschwämme und Spülbürsten bestehen aus Plastik und können mit Holzbürsten, Luffaschwämmen oder Schwämmen aus Kokosfaser ersetzt werden. Eine Küchenrolle macht Papiermüll, dabei tut es ein Stofftuch auch. Die Autorin Charlotte Schüler schreibt in "Einfach plastikfrei leben", dass alle herkömmlichen Putzmittel mit einfachen Hausmitteln ersetzt werden können: Natron, Soda, Essig, Zitronensäure, Olivenseife und reinem Alkohol.

So stellen Sie Spülmittel selbst her:
Man nehme: • 1 EL Soda • 1 EL Natron • 500 ml Wasser Soda und Natron in eine Glasflasche geben. Die Flasche mit dem Wasser auffüllen und gut schütteln. Bei sehr fettigem Geschirr hilft noch eine Extraportion Natron.

Beim Einkaufen
Auch beim Thema Einkaufen hat sich schon einiges getan. Seit die meisten Supermärkte Geld für Plastiktüten verlangen, ist ihr Verbrauch deutlich gesunken – von rund 45 Tüten pro Jahr und Einwohner 2016 auf 24 Tüten 2018. Dafür ist der Verbrauch der kostenlosen Obst- und Gemüse-Tüten gestiegen. Die Märkte bieten inzwischen wiederverwertbare Baumwollsäckchen oder Papiertüten als Alternativen an, am besten aber bringt man von zuhause Beutel, Tüten oder Körbe mit.

Wer die Wahl hat, sollte sich für die unverpackten Lebensmittel und im zweiten Schritt für die Produkte in Papier- oder Mehrweg-Verpackungen entscheiden, also etwa Milch, Saft oder Joghurt in Gläsern und Flaschen kaufen und zu unverpacktem Obst und Gemüse greifen. In Großstädten boomen die "Unverpackt-Läden", wo man Lebensmittel zum Selbst-Abfüllen bekommt und auch sonst eine gute Auswahl nachhaltig produzierter, unverpackter Produkte. Auf Wasser aus Plastikflaschen sollte man besser verzichten. Es ist umstritten, ob die PET-Flaschen chemische Rückstände in dem enthaltenen Wasser hinterlassen. Besser das bestens untersuchte deutsche Leitungswasser trinken oder aufsprudeln! Auch in anderen Bereichen gibt es statt Wegwerf- mittlerweile Mehrwegartikel zu kaufen: Zum Backen gibt es etwa abwaschbare Backmatten, zum Frischhalten Bienenwachstücher zu kaufen.

Auch die Wahl der Lebensmittel spielt eine große Rolle beim Thema Nachhaltigkeit. Jahreszeitliches Obst und Gemüse aus der Region sowie alle anderen Produkte aus der Nähe haben die Nase vorn, sie produzieren durch die kurzen Transpaortwege am wenigsten CO2. Wer auf gesunde Ernährung Wert legt, wird am Besten auf Wochenmärkten oder in Bauernhof- Läden fündig. Viele Bio-Produzenten bieten auch mittlerweile Obst- und/oder Gemüse-Abos an, womit man die Anfahrt spart. Der eigenen Gesundheit und den Tieren zuliebe sollte man Eier aus fairer Freilandhaltung kaufen. Nachhaltig ist auch, wenn Fleischkonsum etwas Besonderes wird und dafür ein besonders gutes Stück Fleisch aus ökologischer Produktion auf den Teller kommt. Öfter mal den Kühlschrank aufräumen und bewusst Resteverwertung betreiben, bewirkt ebenfalls Wunder. Laut dem WWF landen allein in Deutschland jährlich etwa 18 Millionen Tonnen Lebensmittel in der Tonne.

Bei der Kleidung
Natürliche Materialien sind auch bei der Kleidung die beste Wahl. Der höhere Preis für Kleidung aus Bio- Baumwolle, Leinen, Wolle, Hanf oder Seide rechtfertigt sich auch durch in ihre Qualität und längere Lebenszeit. Gegenüber Bio-Baumwolle wird konventionelle Baumwolle mit Pestiziden behandelt und ist oft gentechnisch verändert. Die wichtigsten Siegel für Bio-Baumwolle sind das GOTS- und das "IVN Best"- Siegel. Outdoor-Kleidungsstücke und auch solche, die als "bügel- oder knitterfrei" ausgewiesen sind oder den Hinweis "vor dem Tragen waschen" haben, enthalten oft bedenkliche Chemikalien. Die meisten Kunstfasern sind erdölbasiert und nicht abbaubar. Laut WWF Deutschland stammen 20-35% des Mikroplastiks in Meeren allein aus syntetischer Kleidung. Wer Second-Hand-Kleidung kauft oder verkauft, tut ebenfalls einiges für die Nachhaltigkeit.

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