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GESICHTER & GESCHICHTEN

Sabine Leutheuser-Schnarrenberger Foto: Benjamin Janecke (Rectifier99) | Copyright-Lizenz: CC BY 3.0


DIE FREIHEITSKÄMPFERIN

Die FDP-Politikerin und ehemalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hat sich als Verfechterin von Freiheit und Grundrechten einen Namen gemacht. Im Juli wird sie 70 Jahre alt.

Von Jane Kähler

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger ist vielen Menschen auch wegen ihres sperrigen Namens bekannt, den sie seit der Heirat 1976 mit ihrem inzwischen verstorbenen Mann, dem Journalisten Ernst Schnarrenberger, führt. Gleich zweimal ist die FDP-Politikerin Bundesjustizministerin, 1992 bis 1996 im schwarz-gelben Kabinett unter Helmut Kohl und 2009 bis 2013 in der Regierung von Angela Merkel. Ihr "ist eine dezidierte Haltung wichtiger als 'Sprechblasen'", sagt der Deutschlandfunk über die Politikerin. Sie sei "bekennende Liberale und Kämpferin für das, was in unserem Grundgesetz zu lesen steht", sagt Leutheusser-Schnarrenberger.

Sie gehört dem Freiburger Kreis an, einer sozialliberal orientierten Gruppe von FDP-Mitgliedern, die die Ganzheitlichkeit des Liberalismus betonen. Die 1951 geborene Sabine Leutheusser wächst in Minden als ältestes von drei Kindern auf. Ihr politisches Interesse wächst durch ihre Mitgliedschaft im ältesten Amateurkabarett Deutschlands, den "Mindener Stichlingen". "Kabarettisten bringen, zwar überspitzt, aber manche Dinge auf den Punkt und schaffen damit auch Realität, und ich glaube, das können Politiker lernen", meint die Politikerin.

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger studiert in Göttingen und Bielefeld Jura und arbeitet von 1979 bis 1990 beim Deutschen Patentamt in München, wo sie leitende Regierungsdirektorin wird. 1978 tritt sie in die FDP ein. Ein steiler Aufstieg setzt ein, als die Politikerin 1990 in den Deutschen Bundestag gewählt wird. 1991 tritt sie in den FDP-Bundesvorstand ein und wird 1992 Justizministerin.

Nach dem FDP-Basisvotum 1995, in dem sich eine Mehrheit ihrer Parteifreunde für den von ihr vehement abgelehnten "Großen Lauschangriff" ausspricht - ein Gesetz, das akustische Abhör- und optische Überwachungsmaßnahmen privater Wohnungen auch bei der Strafverfolgung erlauben soll – tritt Sabine Leutheusser- Schnarrenberger zurück. Eine Haltung, die sie heute für viele als das "liberale Gewissen" der Partei qualifiziert. Leutheusser-Schnarrenberger erhebt mit Gleichgesinnten Verfassungsbeschwerde und bekommt Recht: 2004 bestätigt das Bundesverfassungsgericht, dass der Große Lauschangriff teilweise gegen die Menschenwürde verstößt und verfassungswidrig ist.

Nach ihrem Rücktritt konzentriert sich die Politikerin auf ihre Arbeit als Abgeordnete, ist rechtspolitische und europapolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion, zeitweise stellvertretende Fraktionsvorsitzende sowie Obfrau im Rechtsausschuss des Bundestages. Von 2000 bis 2013 ist Sabine Leutheusser-Schnarrenberger Landesvorsitzende der bayerischen FDP, die 2008 wieder ins bayerische Parlament einzieht und eine Regierungskoalition mit der CSU eingeht. 2009 wird sie im Kabinett Merkel erneut Justizministerin. Nachdem die FDP bei der Bundestagswahl 2013 an der Fünf-Prozent-Hürde scheitert, tritt Sabine Leutheusser-Schnarrenberger nicht mehr für die Landesliste Bayern an.

Die Politikerin hatte und hat eine Vielzahl ehrenamtliche Positionen: So ist sie unter anderem Vorstandsmitglied der Friedrich-Naumann-Stiftung, Antisemitismusbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen und Mitglied des Bayerischen Verfassungsgerichtshofes. Leutheusser- Schnarrenberger engagiert sich im Rat verschiedener Stiftungen und in unterschiedlichen Vereinen als Schirmherrin und Mitglied für Kinderrechte und Opferschutz. Für ihr Engagement und ihre Verdienste erhält die Politikerin unzählige Preise: Etwa das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, den Verdienstorden des Freistaates Bayern und die Hamm-Brücher-Medaille.

Mit ihrem konsequenten Kampf um Freiheit und Grundrechte macht sich Sabine Leutheusser-Schnarrenberger bei den Deutschen bekannt und beliebt. In Umfragen erreicht sie oft hohe Beliebtheitswerte. Sie lebt in Feldafing am Starnberger See. "Jetzt gehe ich mehr Ski fahren im Winter, mache Langlauf und Alpin in Österreich. Im Sommer gehe ich frühmorgens schwimmen im Starnberger See. Ich lebe alleine, bin sehr glücklich und habe auch nicht vor, das zu ändern". Die Politikerin wird im Juli 70 Jahre alt.


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