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ZEIT & GEIST

Foto: pixabay.com/FelixMittermeier | Copyright-Lizenz: CC0 Creative Commons


NATURPARADIESE VON SÜD NACH NORD

In den Natur- und Nationalparks Deutschlands kann man eindrucksvolle Landschaften mit einer einmaligen Flora und Fauna erwandern, erradeln oder auf dem Wasserweg erkunden.

Von Jane Kähler

In Deutschland gibt es 106 Naturparks. Dazu kommen 16 Nationalparks und über 8800 Naturschutzgebiete. Nationalparks, Naturparks sowie Biosphärenreservate gehören zu den Großschutzgebieten. Naturschutzund Landschaftsschutzgebiete sind flächenmäßig kleiner.

Der Urwald

Im Südosten Deutschlands befindet sich entlang der deutsch-tschechischen Grenze der Bayerische Wald. Der Nationalpark Bayerischer Wald ist - 1970 gegründet - der älteste Nationalpark Deutschlands. Das Gebiet ist heute knapp 250 Quadratkilometer groß, grenzt an den Naturpark Bayerischer Wald und an den Naturpark Oberer Bayerischer Wald sowie an den Nationalpark Böhmerwald auf der tschechischen Seite. Zusammen mit diesem bildet der Bayerische Wald das größte zusammenhängende Waldschutzgebiet Mitteleuropas. 320 km Wanderwege und 170 km Langlaufloipen laden im Bayerischen Wald zum Sport in wunderschöner Natur. Tiere wie Rothirsche, Biber, Fischotter, aber auch Luchse, Bären oder Wölfe sind hier zuhause. Wappentier des Parks ist das Auerhuhn. Das bedrohte Tier findet in den höheren Lagen den idealen Lebensraum. Fichte und Rotbuche stellen die häufigsten Baumsorten, unter den Blühpflanzen findet man die seltene Berg- Soldanelle, den Ungarischen Enzian oder die Alpenrose. Zahlreiche Informations- und Besucherzentren klären über die Flora und Fauna auf und informieren über Freizeitmöglichkeiten. So lädt ein Baumwipfelpfad über die Baumkronen ein, es gibt Wanderungen über die "Filze", die Hochmoore des Waldes und über die "Schachten", ehemalige Weideflächen sowie in den Urwald, die ursprünglichsten und tiefsten Stellen des Waldes. Auch Touren zu den Gipfeln der sagenumwobenen Berge Rachel (1453 m) und Lusen (1373 m) sowie im Felswandergebiet bei Schönbrunn begeistern die Besucher.

www.bayerischer-wald.de

Der Erholungswald

"Silva nigra" - "Schwarzer Wald" nannten die Römer das von dichten Wäldern bedeckte und von wilden Tieren bewohnte Gebiet, das sie auf ihrem Eroberungszug durchquerten. Der dunkle Nadelwald des Schwarzwaldes bildet noch heute die größte geschlossene Waldfläche Deutschlands. Viel Brauchtum, sagenhafte Geschichten, aber vor allem Natur pur findet man hier in einem der meistbesuchten deutschen Erholungsgebiete. Der Schwarzwald erstreckt sich vom äußersten Südwesten Deutschlands über 160 Kilometer bis nach Pforzheim, wird westlich vom Oberrheingraben begrenzt und östlich von der Schwäbischen Alb. Der Schwarzwald ist das höchste deutsche Mittelgebirge mit dem Feldberg als höchstem Gipfel auf 1493 m und umfasst mehrere Schutzgebiete: Den Nationalpark Schwarzwald, den Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord, den Naturpark Südschwarzwald und das Biosphärengebiet Schwarzwald. Darüber hinaus liegen im Schwarzwald über 100 Naturschutzgebiete sowie zahlreiche Landschafts-, Wald- und Vogelschutzgebiete.

Der Wald ist Lebensraum vieler Tiere, typisch sind neben Reh- und Rotwild der Baummarder, Gartenschläfer und verschiedene Fledermaus-Arten. Aber auch seltene Tiere wie der Kolkrabe, der Sperlingskauz oder der Auerhahn sind hier zuhause. Heideähnliche Hochweiden, die "Grinden", stellen mit den Mooren der Hochlagen einen außergewöhnlichen Lebensraum dar und beherbergen wie auch die "Karseen" - Überbleibsel der Eiszeit - eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt. Aber auch Sportler und Kulturinteressierte kommen im Schwarzwald auf ihre Kosten. Ausflugsziele für Wassersportler sind etwa der Titisee oder Schluchsee. Von den Aussichtsbergen Belchen, Kandel oder Schauinsland im Süden sowie der Hornisgrinde, dem Schliffkopf oder dem Merkur im Norden hat man eine traumhafte Aussicht. Für Wintersport ist man rund um den Feldberg richtig, im Nordschwarzwald entlang der Schwarzwaldhochstraße und auf dem Höhenzug Enz. Der bekannteste Wanderweg der fast 24.000 km ausgeschilderten Wanderwege im Schwarzwald ist der Westweg, der auf rund 288 Kilometern von Nord nach Süd durch den Wald führt. Radler können zum Beispiel auf dem Badischen Weinradweg vom Markgräflerland, über den Breisgau bis hin zur Badischen Bergstraße fahren.

www.nationalpark-schwarzwald.de

Das Wander-Paradies

An der Grenze zwischen Saarland und Rheinland-Pfalz liegt ein wunderschönes Gebiet aus Wäldern, sanften Gipfeln und Flussschleifen: Das Gebiet Saar-Hunsrück. Der Hunsrück ist ein Mittelgebirge zwischen Trier und Koblenz, höchste Erhebung ist der Erbeskopf mit 816 m. Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald bietet auf etwa 10.000 Hektar ein Refugium für seltene Flora und Fauna, Naturliebhaber und Wanderer. Arten wie der Schwarzstorch und Schwarzspecht sind hier zuhause, die ursprünglichen Wälder bilden auch einen der wichtigsten Lebensräume für die bedrohte Wildkatze. Der Nationalpark findet sich im östlichen Teil des 2055 Quadratkilometer großen Naturparks Saar-Hunsrück. Er erstreckt sich von den Höhen des Hunsrücks bis zu den Weinbergen an Mosel, Saar, Ruwer und Nahe. Im Naturpark befindet sich der 410 km lange Saar-Hunsrück-Steig, der von Perl an der Grenze zu Luxemburg über Idar-Oberstein bis nach Boppard am Rhein führt. Er gilt mit 60 Prozent Anteil an Naturwegen als einmalig in Europa. An der Strecke liegen auch die längste Hängeseilbrücke Deutschlands und ein Baumwipfelpfad. Die sogenannten "Traumschleifen" Saar-Hunsrück gehören zu den schönsten Wanderwegen in Deutschland. 111 zertifizierte Kurz- und Rundtouren erstrecken sich entlang des Saar-Hunsrück-Steigs. Zwischen 6 und 20 Kilometer lang, von leichten Kurzwegen bis zu anspruchsvollen Tagestouren, ist für jeden etwas dabei.

www.naturpark.org
www.nationalpark-hunsrueck-hochwald.de

Der abwechslungsreiche Park

Der Naturpark Sauerland Rothaargebirge ist mit 3.827 Quadratkilometern der zweitgrößte Naturpark Deutschlands. Er besteht aus den Kulturlandschaften Sauerland, Siegerland, Wittgensteiner Land und Medebacher Bucht. Im Norden reicht der Naturpark bis an die Ruhr, nach Osten bis nach Hessen, im Südwesten bis nach Rheinland-Pfalz. Höchste Erhebung ist der Langenberg (843 m), die Lahn, Ruhr und Sieg entspringen hier. Grüne Täler, bewaldete Höhenzüge und zahlreiche Talsperren, wunderschöne Naturschutzgebiete, aber auch viele Kultur- und Industriedenkmäler bereichern den Naturpark. Die bekanntesten Wanderwege sind der Rothaarsteig und der Sauerland-Höhenflug. Der Rothaarsteig zählt zu den "Top Trails of Germany" und damit zu den 16 schönsten und erlebnisreichsten deutschen Fernwanderwegen. Der Sauerland-Höhenflug bietet auf über 250 Kilometern atemberaubende Ausblicke. An der Strecke liegt auch eine der schönsten Höhenburgen, die Burg Altena. Eine Kletterpartie kann man an den Bruchhauser Steinen bei Olsberg unternehmen, die auf dem Istenberg bei Olsberg in den Himmel ragen. Sie sind Zeugen vulkanischer Geschichte und Rückzugsorte seltener Tiere wie Wanderfalken oder Uhus. Ein einzigartiges Artenschutzprojekt findet man in den Wittgensteiner Wäldern, hier lebt die einzig freilebende Herde von Wisenten Mitteleuropas, eine seltene Bison-Art.

www.naturpark-sauerland-rothaargebirge.de

Der Geo-Park

Im Süden von Sachsen-Anhalt, an der Grenze zu Thüringen, liegt der Naturpark "Saale-Unstrut-Triasland" auf ca. 103.000 Hektar. Die namensgebenden Triasgesteinsschichten entstanden vor rund 250 Mio. Jahren. Reich an Mineralien bilden Buntsandstein und Muschelkalk die Grundlage für das Weinanbaugebiet Saale-Unstrut, das nördlichste Anbaugebiet für Qualitätsweine in Europa. Auch Orchideen lieben diesen Boden. Die in dieser Region vorkommenden Arten sind besonders geschützt. Im Naturschutzgebiet "Tote Täler" südlich von Freyburg wachsen besonders viele Orchideen-Arten, die man auf einem Orchideen-Pfad oder geführten Touren bewundern kann. Ein hoher Flächenanteil des Naturparks ist als Natur- und Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. In den Trockentälern findet man seltene südliche Pflanzen wie Sonnenröschen-Arten, Federgräser und verschiedenste Orchideen-Arten. Geschützte Säugetier-Arten wie die Fledermaus "Kleine Hufeisennase", die Haselmaus, der Siebenschläfer oder die Wildkatze leben hier, ebenso seltene Vögel wie der Bienenfresser. Eisvogel und Kolkrabe finden hier Brutgebiete und Rastplätze. Auch hat man im Naturpark Wildpferde, die "Koniks", angesiedelt. Wer mehr am Wein interessiert ist, kann auf dem "Unstrut- Weinwanderweg" in Freyburg starten oder auf dem Saale- Wein-Wanderweg entlang der Saale ab Naumburg die Weinbautradition kennenlernen. Auf dem "Geopfad Trias- Tor" kann man die Gesteinsgeschichte live erleben und kommt am Fundort der berühmte "Himmelsscheibe von Nebra" und dem zugehörigen Besucherzentrum vorbei.

www.naturpark-saale-unstrut.de

Der Wasserpark

Der Naturpark Uckermärkische Seen in Brandenburg breitet sich knapp 90 Quadratkilometer nördlich von Berlin um Templin aus. Die wasserreiche, sanft gewellten Uckermark umfasst hier etwa 230 Seen, Bachläufe, Moore und Kleingewässer. Mit dem westlich angrenzenden Naturpark Stechlin- Ruppiner Land bilden die Uckermärkischen Seen eine zusammenhängende Seenlandschaft. Der Stolpsee bei Fürstenberg/Havel ist mit 371 Hektar der größte See, der tiefste ist der Röddelinsee bei Templin mit 39 Metern. Vor allem der Fischadler ist hier in ungewöhnlicher Dichte heimisch. In den fast 20 Schutzgebieten des Naturparks sind auch andere geschützte Arten zuhause wie der Fischotter, Biber, Moorfrosch oder die Europäische Sumpfschildkröte. Fast 2000 Schmetterlingsarten und über 1.200 gefährdete Pflanzenarten leben hier, wie in den Mooren beispielsweise das Glanzkraut oder der Fleischfressende Sonnentau. Unter den 15 Orchideenarten hat das seltene Gelbe Knabenkraut hier seinen einzigen Fundort in Brandenburg. Die Hälfte des Naturparks bilden Wälder: Im Westen und Süden des Naturparks sind das große Kiefernforste, im Norden und Osten Buchenwälder. Auch befindet sich hier der größte in Mitteleuropa erhaltene Hutewaldbestand, ein als Weide genutzter Wald. Wegen seiner 150 km Wasserwanderwege, vielen Bademöglichkeiten sowie über 600 km ausgeschilderten Wanderwege ist der Naturpark bei Paddlern, Wanderern und Familien sehr beliebt. Der Radweg "Spur der Steine" verbindet die Seenlandschaften. Wanderfreuden bieten der "Märkische Landweg" oder die "Uckermärker Landrunde".

www.uckermaerkische-seen-naturpark.de

Was ist was?

Ein Nationalpark darf sich zur Wildnis entwickeln und nicht land- oder forstwirtschaftlich genutzt werden. Er wird dort eingerichtet, wo es eine einmalige, großflächig erhaltene Naturlandschaft gibt. Ein Naturpark dient dagegen vor allem dem Tourismus, bei der Ausgestaltung und Entwicklung gibt es große Spielräume. Innerhalb der Naturparks gibt es meist Landschafts- und Naturschutzgebiete. Naturschutzgebiete gehören neben den Nationalparks zu den am strengsten geschützten Gebieten. Ihre Zerstörung oder Veränderung ist untersagt, die Nutzung nur erlaubt, wenn sie dem Schutzziel nicht entgegensteht. Landschaftsschutzgebiete dienen der Erhaltung und Entwicklung der Natur. Die Schutzvorschriften sind weniger streng. Biosphärenreservate sind Modellregionen für eine nachhaltige Entwicklung.



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